Pressebund, Aelteste Zeitung der Welt, Nachrichten

September 12, 2015

Deutscher Pressebund übernimmt die ältesten Zeitungen der Welt: "Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien" (1605), "Aviso Relation oder Zeitung" (1609) und die "Newe zeytung" (1502)

Pressebund übernimmt Älteste Zeitungen der Welt

New York. Feierlich übergab ein amerikanischer Investor — der namentlich nicht genannt werden möchte — dem Deutschen Pressebund die Verlagsrechte an den drei ältesten Zeitungen der Welt, der "Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien" (1605), der "Aviso Relation oder Zeitung" (1609) und die "Newe zeytung" (1502).

1605 gab Johann Carolus in Straßburg erstmals die "Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien" heraus, die der "Weltverband der Zeitungen" als erste Zeitung der Welt anerkennt. Damit darf Deutschland als Ursprungsland der Zeitung gelten. Als zweitälteste Zeitung erschien ab 1609 der "Aviso, Relation oder Zeitung" (herausgegeben von Julius Adolph von Söhne in Wolfenbüttel).

Geschichte

1605 wurde erstmals die Zeitung "Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien" aus Straßburg im Elsass. Die Inhalte stammten aus der politischen Korrespondenz von Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig-Wolfenbüttel, der damals noch in Wolfenbüttel residierte. Sie kamen aus verschiedenen europäischen Städten, darunter Wien, Rom, Antwerpen und Köln, und waren entsprechend politisch-diplomatisch-militärischer Natur und für eine elitäre Leserschaft zusammengestellt. Die Position des "Aviso" war protestantisch.

In der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek in Hannover befindet sich eine vollständig erhaltene Ausgabe des ersten Jahrgangs von 1609.

"Aviso Relation oder Zeitung" gilt als eine der ersten regelmäßig (wöchentlich) erschienenen Zeitungen. Die erste Ausgabe erschien am 15. Januar 1609 in Wolfenbüttel. Sie trug den Untertitel "Was sich begeben vnd zugetragen hat / in Deutsch: vnd Welschland / Spannien / Niederlandt / Engellandt / Franckreich / Vngern / Österreich / Schweden / Polen / vnnd in allen Provintzen / in Ost: vnnd West-Indien etc."

Der Name "Aviso" bedeutet "Brief, Ankündigung oder Nachricht". Herausgeber und Drucker war Julius Adolph von Söhne. Nach dessen Tode wurde die Zeitung bis mindestens 1627 von Elias Holwein (1579-1659) weiter herausgegeben.

Die letzte Ausgabe der Zeitung erschien wahrscheinlich am 15. Dezember 1632. Sie gilt als die zweitälteste Zeitung der Welt.

Entwicklung der Zeitungen

Ab etwa 1380 berichteten die ersten Kaufmannsbriefe neben privaten und geschaftlichen Nachrichten auch über Politik und Wissenschaft.

Im 14. Jahrhundert entwickelte sich der Begriff der Zeitung im Kölner Raum aus dem "zidunge", das für "Nachricht" oder "Neuigkeit" stand.

1445 legt die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Buchstaben des Mainzers Johannes Gensfleisch zur Lade — auch Johannes Gutenberg genannt — die Grundlage zur Massenverbreitung von Presseerzeugnissen.

Es werden vor allem Flugschriften und Flugblatter veröffentlicht und verteilt. Der Name Flugblatt bezieht sich wohl auf die schnelle Verbreitung. Sie erschien unregelmäßig, oft auch nur einmal. Es sind die ersten Printmedien der Zeitungsgeschichte.

Da nur ein kleiner Teil der Bevölkerung lesen konnte, wurden vor allem Bilder verwendet. Sie sollten zum Kauf anreizen. Sehr beliebt waren Abbildungen von fremden, wilden Tieren, unbekannten Gegenständen, Ländern oder Kreaturen.

Die ersten periodischen Veröffentlichungen kamen zwischen 1501 und 1530, etwa 10.000 Flugschriften mit religiosem oder/und politischem Inhalt, zumeist scharfe Kritik und satirische Darstellungen.

1502 erschien die "Newe zeytung", eine erstmals gedruckte, unperiodische Nachrichtenzusammenstellung.

Die Neuen Zeitungen berichteten von aktuellen Ereignissen oder fassten die letzten politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Ereignisse zusammen — vorzugsweise Sensationsnachrichten. Sie wurden regelmäß veröffentlicht und hatten schon eine gewisse Aktualität. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es die "Neuen Zeitungen" mit geschätzten 5.000 bis 8.000 Titeln zwischen 1500 und 1700.

1597 kommt in Rorschach, Bodensee die Rorschacher Monatsschrift als erste periodisch erscheinende deutschsprachige Zeitschrift heraus in der Nachfolger der Flugschriften beziehungsweise Einblattdrucke, die bislang Neuigkeiten anzeigten.

1605 gibt Johann Carolus in Strasburg erstmals die "Relation aller fürnemmen und gedenckwürdigen Historien" heraus, die der Weltverband der Zeitungen als erste Zeitung der Welt anerkennt. Damit darf Deutschland als Ursprungsland der Zeitung gelten. Als zweitalteste Zeitung erscheint ab 1609 der "Aviso, Relation oder Zeitung" (herausgegeben von Julius Adolph von Söhne in Wolfenbüttel).

In rascher Abfolge werden weitere Zeitungen gegründet, zunächst in Deutschland, bald auch im Ausland: In Basel (1610), Frankfurt am Main (1615 . Frankfurter Postzeitung), Berlin (1617), Amsterdam (1618), London (1621) und Paris (1631).

1650 erschien in Leipzig mit den Einkommenden Zeitungen von Timotheus Ritzsch zum ersten Mal eine Tageszeitung mit sechs Ausgaben pro Woche.

Ab 1663 bietet Georg Greflingers Norddeutscher Mercurius bereits nach Themen sortierte Rubriken.

1680 erreichte das "Frankfurter Journal" schon eine Auflage von 1500 Exemplaren.

Im 17. Jahrhundert gab es über 200 meist kurzlebige Zeitungen einer Durchschnittsauflage von 300 Exemplaren, deren Ausbreitungsbereich sich durch Vorlesen wesentlich erweiterte.

Im 17. Jahrhundert wurden die Flugschriften und Blatter immer politischer, was vor allem an der Situation im Land und dem Dreisigjährigen Krieg lag. Die Bevölkerung wollte vermehrt und genauer uber die politische Lage informiert werden. Nachgewiesen wurden fur das 17. Jahrhundert mehr als 7.000 deutschsprachige politische Flugschriften und Flugblätter.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erschienen rund 200 bis 250 Zeitungen mit Auflagen bis zu 700 Exemplaren.

Eine Ausnahme bildet die "Hamburgische Unpartheyische Correspondenten", die mit 30.000 Stück die höchste Auflage besaß.

Die Presse unterliegt landesfürstlicher Zensur.

Ein Typ von Zeitschrift war die Moralische Wochenschrift. Die von den Engländern Joseph Addison und Richard Steele veröffentlichten Zeitschriften dienten als Vorbilder. Themen waren neben politischen: die Familie, die Erziehung der Sittlichkeit, der Toleranz, Tugendhaftigkeit und der Moral, das Zusammenleben in der Gesellschaft und der Hof und die Kritik an ihm. Der Hof und der Adel wurden verspottet, ohne eine neue Staatsform oder Gesellschaftsform zu propagieren. Eine beruhmte deutsche Moralische Wochenschrift war der von 1724 bis 1726 sehr erfolgreich in Deutschland erscheinende "Patriot".

1703 wird in Wien die "Wiener Zeitung" gegründet, die älteste noch bestehende deutschsprachige Print Zeitung, 1705 die "Hildesheimer Allgemeine Zeitung" als alteste deutsche Print Zeitung (Gründungsname "Hildesheimer Relations-Courier"), 1780 in der Schweiz die "Neue Zürcher Zeitung", 1788 dann "The Times" in London.

1725 erscheint die erste Frauenzeitschrift "Die vernünftigen Tadlerinnen", herausgegeben von Johann Christoph Gottsched.

1798 erschien erstmals die von Johann Friedrich Cotta gegründete "Allgemeine Zeitung", die im frühen 19. Jahrhundert zur bedeutendsten deutschen Tageszeitung wurde.

In den nächsten Jahren stieg die Alphabetisierungsrate rasant an, konnten 1750 erst knapp 10 Prozent der Bevölkerung lesen und schreiben, waren es 1871 schon 88 Prozent, dadurch vergrößerte sich der Leserkreis der Zeitungsleser enorm.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland circa 3500 Zeitungen.

1819 schreiben die Karlsbader Beschlüsse die Pressezensur fest.

1835 wurde die erst Nachrichtenagentur gegründet, die Agence Havas in Paris.

Die erste regelmasig bebilderte Zeitschrift ist 1842 die "Leipziger Illustrirte Zeitung".

1848 wird die Pressefreiheit durch die Paulskirchenverfassung erstmals gesetzlich verankert. Es kommt zwar bald darauf zu einem Rückfall in vormarzliche Methoden (Kautionszwang, Stempelsteuer, etc), aber die alte Pressekontrolle konnte nicht wiederhergestellt werden.

1874 wird die Pressefreiheit im Reichspressegesetz endgültig verankert.

Vor dem Ersten Weltkrieg gab es circa 4.000 deutsche Zeitungen, durch den Krieg wurde diese Zahl stark verkleinert.

Während des Ersten Weltkrieges wird die Pressefreiheit aufgehoben und durch eine strenge Militarzensur ersetzt.

Die Weimarer Republik gewährleistete in ihrer Reichsverfassung 1919 zwar die Meinungsfreiheit als Individualrecht, enthielt aber nicht die Pressefreiheit.

1946 wurde der Axel-Springer-Verlag gegründet. Im gleichen Jahr erschien das Nachrichtenmagazin "Die Zeit" erstmals und 1947 erschien das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" erstmals.

Seit 1949 kam es zu einem starken Anstieg der Zeitungszahl/Titelanzahl. In die Gründungsphase nach 1949 f&suml;llt die Entstehung folgender Zeitungen: Am 1. November 1949 erschien die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" als Nachfolgezeitung der "Frankfurter Zeitung".

Die Bild-Zeitung erschien am 24. Juni 1952 erstmals mit einer Gesamtauflage von 250.000 Exemplaren.

Die "Deutsche Presseagentur" (dpa) wurde 1949 durch einen Zusammenschluss der Deutschen Nachrichtenagentur, der Süddeutschen Nachrichtenagentur und des Deutschen Pressedienstes gegrundet. Sie ist bis heute die größte deutschsprachige Agentur.

1956 wurde der Deutsche Presserat gegründet, den es bis heute gibt — eine Art Zensur Deutscher Presse.

Mitte der 1990er begannen Verlage von Zeitungen und Zeitschriften damit, ihre gedruckten Ausgaben durch Internet-Präsenzen zu ergänzen. Vorreiter dieser Entwicklung in Deutschland war die "Schweriner Volkszeitung", deren Webauftritt bereits am 5. Mai 1995 online ging. Sie war damit die erste deutsche Tageszeitung im Internet.

Zunächst veröffentlichten die Presseerzeugnisse ihre gedruckten Texte eins zu eins im Internet. Erst ällmahlich entstand ein eigenstandiger Online-Journalismus.

Im Herbst 2000 wurde mit der Netzeitung in Deutschland eine der ersten reinen Internetzeitungen gegründet. Sie verzichtete auf die Verbreitung und den Verkauf von Druckerzeugnissen; stattdessen lieferte sie unter anderem Content für Lokalzeitungen.

Eine weitere bedeutende reine Internetzeitung im deutschsprachigen Raum ist "Telepolis". Sie erschien bis 1998 auch als Printausgabe und befasst sich vor allem mit netzpolitischen Fragen, Datenschutz und Medien, aber auch mit wissenschaftlichen Themen, Politik und Kulturkritik.

Wie sieht die Zukunft der Zeitung aus?

In den kommenden Jahren wird die Zahl der Zeitschriften mit dem steigenden Umweltbewußsein der Leser zurückgehen und mehr auf werbefinanzierte Internetzeitungen umgestellt werden.

WERBUNG

Hier finden Sie Geschenkideen für jeden Anlaß, vom Doktortitel bis Adelstitel