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Juni 15, 2010

Richter Edrich am Amtsgericht Pirmasens verbietet Jugendliche kritische Meinungen

Es erinnert an das Buch "1984" von George Orwell - Die Vision vom totalen Überwachungsstaat. Doch es ist Realität, geschehen in Deutschland.

Eine 19-jährige hatte sich geärgert und machte sich im im sozialen Netzwerk "Wer kennt wen" ihrem Unmut Luft: Die Pumpgun ist geputzt, das Gewissen ausgeschaltet. Morgen solle man besser nicht in die Schule gehen. Es entwickelt sich ein lustiger Schriftverkehr, in denen Fragen kommen wie z.B. Wen sie wohl zuerst vor der Flinte haben würde. Keiner nahm den Eintrag ernst.

Diesen Tag wird die junge Frau aus dem Landkreis Südwestpfalz nicht so schnell vergessen. Eine überschlaue Lehrerin informierte die Polizei, die daraufhin gleich mit zwei Streifenwagen zur Adresse der Jugendlichen fuhr und die Wohnung auf Waffen durchsuchte. Ein Hundeführer war mit vor Ort und suchte nach Sprengstoff.

Vor Gericht gesteht der Chefermittler selbstherrlich: Die Angeklagte sei geschockt gewesen von der Durchsuchung und Vernehmung.

Lehrerinnen wurden als Zeugen geladen und sagten bereitwillig gegen die Schülerin aus und bezeichneten Sie zwar als intelligent, aber beleidigten sie gleichzeitig: Sie sei etwas desorientiert und habe ab und zu eine merkwürdige Auffassung von Humor.

Auch die Staatsanwältin zeigt sich uneinsichtig und unterstützte das Vorgehen der Polizei und meinte noch, der Eintrag im Forum sei eine typischen Jugendverfehlung...

Die Staatsanwältin forderte eine Verwarnung und 50 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Es kam wie es kommen musste, der Polizeistaat rattert und der Richter verurteilt die Jugendliche zu den Forderungen der Staatsanwältin...

Weiter warnte Richter Mark Edrich am Ende der Verhandlung zu der 19-jährigen "Angeklagten": "Das war nicht ohne"...

Verurteilt wurde die Jugendliche wegen "Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung einer Straftat"