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Dezember 31, 2010

Dessau-Roßlau +++ Eine Lehrerin einer Grundschule in Dessau (Stadtteil Kleinkühnau) soll mehreren Kindern mit Klebeband den Mund zugeklebt haben. Sie wurde vom Dienst suspendiert. Wenige Wochen zuvor war die Schulleiterin vom Dienst suspendiert.

Erst nach Beschwerden von Eltern wurde sie vom Dienst suspendiert, wie eine Sprecherin des Landesverwaltungsamts Halle (2009) mitteilte. Die Angaben würden geprüft werden. Angaben zufolge sollte ein Schulpsychologe mit den betroffenen Kindern sprechen.

Bereits vor den Winterferien war die Leiterin der Schule vom Dienst suspendiert worden. Zu den Einzelheiten wollte sich die Sprecherin allerdings nicht äußern.

Mai 21, 2013

Wertheim/Mosbach +++ Bei dem gleichen Sachverhalt erlaubte die Staatsanwaltschaft Mosbach zwei Erzieherinnen kleinen Kindern den Mund zuzukleben, um sie zum Schweigen zu bringen. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen zwei Frauen ein, weil es in den "meisten Fällen keine körperliche Beeinträchtigung" gegeben habe.

Die Täterinnen in diesem Fall waren die Leiterin eines Kindergartens und eine Erzieherin, die mehreren Kindern in Wertheim (Baden-Württemberg) den Mund mit Klebeband zugeklebt hatten.

Die beiden Täterinnen wollten die Kinder damit disziplinieren, so die Staatsanwaltschaft Mosbach. Da es in den meisten Fällen keine körperliche Beeinträchtigung gegeben habe, stellte die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen wegen Körperverletzung im Amt ein.

Das Klebeband habe sich angeblich schmerzfrei wieder lösen lassen oder habe sich von selbst gelöst. Es waren keine Einzelfälle. Die beiden Täterinnen hatten bei verschiedenen Gelegenheiten den Mund von insgesamt vier Kindern zugeklebt, zum Beispiel weil ein Kind geschrien oder gespuckt habe, wie der Oberstaatsanwalt Franz-Josef Heering meinte. Die Kinder sei zwischen drei und sechs Jahren alt gewesen.

Für die Leiterin des Kindergartens wird die Sache allerdings ein Nachspiel haben, weil ein betroffenes Kind aussagte, das seine Atmung durch die Klebestreifen beeinträchtigt gewesen sei. Doch auch hier wird das Verfahren eingestellt, wenn die Frau dem Kind ein ein Schmerzensgeld zahlt, wobei das Amtsgericht Wertheim erst noch zustimmen muss.