Tierversuche, Katze, Versuchstiere

Jedes Jahr sterben zwischen 50 und 100 Millionen Tiere in qualvollen Tierversuchen auf der ganzen Welt. Auch in Europa und Deutschland finden jedes Jahr Millionen von Tierversuche statt.

Es gibt für jedes Gebiet hervorragende tierverbrauchsfreie Lehrmethoden, die an vielen Universitäten dieser Welt bereits erfolgreich im Einsatz sind und Tierversuchen bei weitem überlegen sind.

Tiere, die vor den Versuchen getötet werden, um an den Organen oder am Gewebe Tierversuche durchzuführen, finden sich in der Statistik nicht. Tierversuche nach dem deutschen Tierschutzgesetz sind Versuche an lebenden Tieren. Teilweise werden diese Versuchstiere in freier Wildbahn gefangen. Auch im Bereich Rüstung werden Tierversuche durchgeführt.

Seit 1989 besteht in Deutschland eine Versuchstier-Meldeverordnung, nach der alle Tierversuchs gemeldet werden müssen. Das deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gibt seither jedes Jahr eine Statistik über die Tierversuche heraus. 2014 meldete das Ministerium rund 2,8 Millionen Tierversuche.

2005 wurden in Europa 12,1 Millionen Tierversuche durchgeführt. In den USA geht man von 20 Millionen Tierversuchen pro Jahr aus.

Datenbank der Tierversuche

Welche Tierversuche von den Landesbehörden genehmigt wurden, kann in der Datenbank AnimalTestInfo recherchiert werden.

Die Datenbank AnimalTestInfo für Tierversuche in Deutschland enthält allgemein verständliche Projektzusammenfassungen der Tierversuchsvorhaben, deren Durchführung von wissenschaftlichen Forschungsinstituten der Universitäten, der Industrie und des Bundes beantragt und von den zuständigen Behörden der Bundesländer genehmigt wurden. Die Antragsteller sind für den Inhalt der veröffentlichten Projektzusammenfassungen verantwortlich. Die Datenbank ist beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) angesiedelt. Der Gesetzgeber hat dem BfR den gesetzlichen Auftrag erteilt, die Projektzusammenfassungen von genehmigten Tierversuchsvorhaben in Deutschland anonym zu veröffentlichen (§ 41 Absatz 1 Satz 1 TierSchVersV).

https://www.animaltestinfo.de/

Menschenversuche

Statt Tierversuche gab es auch Menschenversuche, doch die wurden später verboten. In den Jahren 1946/47 fand der Nürnberger Ärzteprozess, in der 20 KZ-Ärzte, 1 Jurist und 2 Verwaltungsmitarbeiter angeklagt waren, unfreiwillige Menschenversuche durchgeführt zu haben. Von den 23 Angeklagten wurden sieben zum Tode, fünf zu lebenslangen Haftstrafen und vier zu Haftstrafen zwischen 10 und 20 Jahren verurteilt. Sieben Angeklagte wurden freigesprochen.

Weltbekannt wurde Mediziner und Anthropologe Josef Mengele, der während der NS Zeit ebenfalls Menschenversuche durchgeführt hat. Als Lagerarzt in Ausschwitz war er auch zuststädig, welche der Ankommenden unmittelbar getötet werden sollte oder nicht. Vor allem Kinder, Alte, Kranke, Behinderte, Schwache und Schwangere wurden zur sofortigen Vergasung bestimmt, die von den Ärzten auch beaufsichtigt wurde.

Mehr Informationen finden Sie hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_%C3%84rzteprozess
https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Mengele

Tierversuche in der Chemie

Mit dem Inkrafttreten der EU-Chemikalien-Richtlinie REACH-Verordnung am 1. Juli 2007 wurde ein erheblicher Anstieg der Tierversuche im toxikologischen Bereich verzeichnet. 30.000 Chemikalien, die vor 1981 auf den Markt gekommen sind, sollten hinsichtlich ihrer Gefährlichkeit für Mensch und Umwelt zu großen Teilen in Tierversuchen getestet werden.

Tierversuche in der Kosmetika

Offiziell sind seit 1988 in Deutschland und seit 2004 in der EU Tierversuche für Kosmetika verboten. Deshalb weichen die Hersteller von Kosmetika in Drittländer aus. Seit 2009 bzw. 2013 dürfen keine Kosmetikprodukte nach Europa eingeführt werden, die in Tierversuchen getestet wurden. Das Endprodukt darf nicht im Tierversuch gestestet werden, dafür fallen die Inhaltsstoffe unter die EU-Chemikalienrichtilinie und müssen in Tierversuchen getestet werden.

Tierversuchsfreie Produkte

Die Tierrechtsorganisation Peta (Peta Deutschland e.V.) gibt es Positivliste mit tierversuchsfreie Kosmetika heraus.

http://kosmetik.peta.de/

Der Deutsche Tierschutzbund veröffentlicht eine Kosmetika-Positivliste, in der Hersteller und Vertriebe von Kosmetika verzeichnet sind, die auf Tierversuche verzichten. Die Bestimmungen beinhalten auch das Testen der Rohstoffe und das Testen durch Dritte. Produkte, die demzufolge tierversuchsfrei sind, sind mit einem Warenzeichen gekennzeichnet:

http://www.tierschutzbund.de/information/service/publikationen/kosmetik-positivliste.html

Weiter gibt es das Prüfzeichen des BDIH, des Bundesverbands deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel, mit der Aufschrift "Kontrollierte Natur-Kosmetik", welches Tierversuchsfreiheit kennzeichnet. Die British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) gibt ein international verbreitetes Kennzeichen für tierversuchsfreie (englisch cruelty free) Produkte heraus.

http://www.kontrollierte-naturkosmetik.de/richtlinie.htm

Negativliste zu Firmen, die Tierversuche durchführen

In der Roten Peta Liste finden Sie Firmen, die mit Tierversuchen arbeiten:
http://www.peta.de/kampagnen/pg_prod.html

Das Gegenstück ist die Schwarze Peta Liste, also Firmen, die keine Tierversuche machen:
http://www.peta.de/pdfs/cfc_140103.pdf

Tierversuchsfreie Hunde- und Katzenfutterhersteller finden Sie hier:
http://www.peta.org/feat/iams/food.html

Hersteller ohne Tierversuche (Positivliste des deutschen Tierschutzbundes):
http://www.tierschutzbund.de/SERVICE/POSITIV.HTM

Tierversuche stoppen

Mehrere Tierrechtsorganisationen wie Peta oder die AG STG fordern seit langem ein Verbot von Tierversuchen.

Informationen rund um Tierversuche finden Sie bei Peta:
https://tierversuche-stoppen.eu/

Die Organisation AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) besteht seit 1981. Sie lehnt Tierversuche aus medizinischen, aus wissenschaftlichen wie aus ethischen Gründen ab. Die Organisation engagiert sich für einen innovativen, zukunftsorientierten und somit führenden Forschungsstandort Schweiz und eine Wissenschaft ohne Tierversuche. Die medizinische Wissenschaft muss sich endlich wieder am Menschen orientieren und dabei die Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten in den Vordergrund stellen.

Die Seite der AG STG finden Sie hier:
http://www.agstg.ch

Auch der Verein Ärzte gegen Tierversuche e.V. kämpft um ein Ende der Tierversuche.

Die Homepage der Ärzte gegen Tierversuche e.V. finden Sie hier:
https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/