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April 24, 2017

Deutschland. Jeder Deutsche isst im Durchschnitt 233 Eier pro Jahr (Stand März 2016) — soviel wie nie zuvor. Für billige Eier aus Legebatterien werden alleine in Deutschland 45 Millionen "Legehennen" gehalten — 600.000 Hühner mehr als im Vorjahr.

2015 wurden in Deutschland rund 19 Milliarden Eier verbraucht, aber nur 12,7 Milliarden "produziert".

Vom normalen Huhn zur Legemaschine

Hühner sind neugierige, lernfähige und intelligente Vögel. Früher wurde ein Huhn 15 bis 20 Jahre alt. Durch Züchtungen werden sie heute selten älter als fünf Jahre.

Hühner legen Eier normalerweise nur zur Fortpflanzung. Das Urhuhn legt nur 18 Eier im Jahr. 1950 legte in Deutschland ein Huhn durchschnittlich 120 Eier pro Jahr, 2015 waren es durch Qualzüchtungen etwa 300 Eier pro Jahr.

Durch Qualzüchtungen, Leistungsfutter und 12-Stunden-Tag (Licht im Stall) sind Hühner inzwischen reine "Legemaschinen", die fast jeden Tag ein Ei legen. Das bedeutet für die geschwächten Tiere oft das Todesurteil. Qualvolle Leiden durch Eileiterentzündungen usw sind oft die Folge solcher unnatürlichen Höchstleistungen.

Deutschland "produziert" rund 10 Milliarden Eier pro Jahr — das sind 1.000 Millionen!

Lässt die Legeleistung der ausgemerkelten Tiere nach 15 Monaten und 300 Eier nach, wartet der Schlachter — die wenigsten Tiere haben jemals Tageslicht gesehen.

Weibliche Küken werden in Brutschränken ausgebrütet. Im Alter von etwa 18 Wochen werden die Küken in einen Stall mit 20.000 bis 40.000 Tiere gesteckt, wo sie zu "Legehennen" werden.

50 Millionen Männliche Eintagsküken werden jedes Jahr in Deutschland vergast oder lebendig geschreddert und zu Brei verarbeitet

Da männliche Küken in der Eierproduktion keine Verwendung finden, werden diese nach dem schlüpfen aus dem Ei mit CO2 vergast oder lebendig geschreddert und zu Brei verarbeitet.

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Deutschland schreddert jedes Jahr 50 Millionen männliche Eintagsküken

Weltweit passiert dies mit ca. 2,5 Milliarden Hähnen pro Jahr — in Deutschland sind es ca. 50 Millionen pro Jahr — 100.000 pro Tag!

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Männliche Eintagsküken werden lebendig geschreddert

Erschreckend ist die große Zahl ungeborener Küken, die es nicht selbstständig aus dem Ei geschafft haben (in der Natur hilft die Mutter beim Schlüpfen) und jenen, die noch weitere Stunden oder Tage im Ei verbracht hätten. In den Brütereien (Brutautomaten) werden daher weitere Millionen ungeborener, aber voll entwickelter und lebensfähiger Küken in den Müll geworfen.

In der Europäischen Union waren es 2014 rund 330 Millionen getötete Eintagsküken. Weltweit sind es jährlich etwa 2,5 Milliarden Küken. Das sind fast 7 Millionen Eintagsküken täglich.

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat Anfang Mai 2016 entschieden, dass das Töten von männlichen Eintagsküken aufgrund Eierproduktion einen sog. vernünftigen Grund gem. Tierschutzgesetz darstellt. Die Praxis des Schredderns und Vergasens von männlichen Küken sei daher rechtens.

Beim sog. "Sexen" — Aussortieren von männlichen Küken — werden Küken wie lebloses Gemüse sortiert und weggeworfen. Sie werden nach dem Schlüpfen aus den Plastikkisten auf ein langes Förderband ausgekippt. Arbeiter sortieren schwache, kleine oder verletzte Küken heraus und werfen sie direkt in nebenstehende Mülleimer — sie werden später mit den männlichen Tieren getötet. Im Ausland wird hier gleich der vordere Teil des Schnabels abgetrennt, bevor sie in die Legebetriebe abtransportiert werden. Weibliche Küken kommen in die Legebetriebe. Auf die männliche Küken wartet am Ende des Förderband der Schredder oder ein minutenlang andauernder Todeskampf bei der Vergasung. Der Küken-Holocaust.

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50 Millionen Eintagsküken landen jedes Jahr auf dem Müll

Grausame Zustände in der Geflügelproduktion

Die Zustände bei Wiesenhof und Konkurrenten sind furchtbar: Immer wieder tauchen geheime Filmaufnahmen auf, die mit versteckter Kamera gedreht wurden — Männer in Overalls trampeln auf Puten herun und schleudern die Vögel durch die Gegend. Andere Männer stopfen sie brutal in Boxen, reißen ihnen fast die Flügel aus. Das ist trauriger Alltag bei Wiesenhof oder seinen Lieferanten.

Wiesenhof — eine Marke der Lohmann & Co. Aktiengesellschaft (PHW Gruppe), zu der auch Bruzzler gehöhrt wie auch 40 Einzelunternehmen — ist nur einer von vier großen Geflügelkonzernen in Deutschland. Bei Wiesenhof von Reue keine Spur: "Weil wir eine bekannte Marke und deshalb eine dankbare Zielscheine sind" Doch Wiesenhof ist nur die Spitze des Eisbergs. Verantwortlich für die Qualen bei Wiesenhof war jahrzehntelang Paul-Heinz Wesjohann bis sein Sohn Peter den Chefposten übernahm. Wiesenhof gehört zur PHW Gruppe, die auch Tierfutter und mehr verkaufen. Der Marktführer für Legehennen ist in Deutschland die Lohmann Tierzucht GmbH.

Ein Wiesenhof Zulieferer meinte in einem Interview: Man kaufe ein Küken für 20 Cent und verkaufe das gemästete Huhn für 95 Cent — wenn es nicht vorher schon stirbt.

Leben und Sterben als Kraftstoff

Die PHW-Gruppe mit Marken wie Wiesenhof oder Bruzzler wirbt damit, ein Verfahren zur Gewinnung von Biokraftstoff aus Geflügelfett entwickelt zu haben, der zum Betrieb unternehmenseigener Lastwagen genutzt wird. Auf diese Weise sollen Treibstoffkosten gespart und der Verbrauch fossiler Brennstoffe reduziert werden.

Die 800 Lkws bei Wiesenhof tanken taffiniertes Hühneröl, "das spart 78.000 Tonnen CO2 im Jahr!".

Die Geflügelproduktion

2007 wurden weltweit 87.584.830 Tonnen Geflügelfleisch produziert. Die größten Produzenten sind die Vereinigten Staaten, die Volksrepublik China und Brasilien.

82% des Geflügelfleisches in den Vereinigten Staaten ist Hühnerfleisch, 17% Putenfleisch. In der Volksrepublik China sind 71% des Geflügelfleisches Hühnerfleisch, 15 % Entenfleisch und 14% Gänse- und Perlhuhnfleisch. In Brasilien sind 97% des Geflügelfleisches Hühnerfleisch.

2014 wurden in Deutschland 638.170.000 Hühner geschlachtet — fast 640 Millionen Tiere.

Alleine die größte Geflügelschlachterei Europas — der Geflügelkonzern Wiesenhof — schlachtet 240 Millionen Hühner pro Jahr — das sind 4,5 Millionen Tiere pro Woche!

China ist mit 40% der mit Abstand größte Eierproduzent der Welt. 94% der 2007 produzierten Vogeleier waren Hühnereier.

Tierquälerei

Durch Überzüchtungen — nur auf Legeleistung gezüchtete Legehennen — zeigen sich bei den überforderten Tiere Verhaltensstörungen wie Federpicken oder Kannibalismus — auch bekannt bei Puten, Enten und vereinzelt bei Gaensen. Oft zeigen sich eine sehr geringe Knochenstärke und Knochenbrüche. Bei der PHW Gruppe gezüchteten Tiere kommt es zu einem sehr schmerzhaften und extrem schnelle Wachstum. Viele Mäster schneiden den Hühnern ohne Betäubung den Schnabel ("Kupieren").

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Mastküken

Der Marktführer in Deutschland bei der Zucht, Lohmann Tierzucht, wurde 2011 wegen Tierquälerei zu einer Geldbuße von 100.000 Euro verurteilt. Die Firma ließ den Küken teilweise die Kämme und Zehen ohne Betäubung schneiden, um sie vor "Verletzungen zu schützen"...

Käfighaltung, Bodenhaltung und Freilandhaltung

Bei den Haltungssystemen unterscheidet man zwischen Käfig-, Boden- und Freilandhaltung. Der Großteil der weltweit gelegten Eier stammen aus der Käfighaltung. In Europa sank der Anteil 2008 auf 75 Prozent.

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Eier aus Käfighaltung werden immer noch nach Deutschland importiert

Viele Firmen verarbeiten immer noch Eier aus Käfighaltung. Durch den Import von Eier aus Käfighaltung z.B. aus der Ukraine &mash; dank Freihandelsabkommen mit der EU — landen diese Eier auf dem Ladentisch oder finden sich wieder in unseren Produkten wieder.

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Bodenhaltung mit bis zu 200.000 Hühner in einem Stall.

Laut Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz waren von den 42 Millionen Haltungsplätzen 2012 in Deutschland 26,8 Millionen (64%) auf die Bodenhaltung, 6,1 Millionen (14,6%) auf die Freilandhaltung, 5,5 Millionen (13,2%) auf die Haltung in ausgestalteten Käfigen und Kleingruppen und 3,4 Millionen Plätze (8,2%) auf die ökologische Erzeugung.

Qualvoll sterben im Namen Allah

Jede Schlachtung in den zur PHW Gruppe gehöhrenden Schlachthöfen (Wiesenhof, Bruzzler) wurden nach islamischen Speisevorschriften zertifiziert. Die Schlachtanlagen wurden nach Mekka ausgerichtet und Vor Ingangsetzen des Schlachtvorgangs wird von einem muslimischen Mitarbeiter der Name Allahs ausgerufen. Hintergrund der Umstellung war, den Exportanteil zu steigern.

So können Sie helfen

Was kann der Verbraucher tun, der diese tierlebenverachtende Geflügelindustrie zu boykotieren?

Kaufen Sie statt Eiernudeln nur Nudel aus 100% Hartweizengries

Verzichten Sie auf gefärbe Eier an Ostern oder Eierlikör oder auch Sauce Hollandaise.

Verwenden Sie keine Mayonaise aus Eier. Hier finden Sie ein veganes Rezept, wie Sie innerhalb von 2 Minuten eine rein pflanzliche Mayonaise herstellen können: Mayonaise selbst herstellen

Auch gibt es für jedes Rezept ein Rezeptalternative ohne Ei z.B. beim Kochen und Backen ohne Ei.

Zwei Milliarden Eier pro Jahr bei McDonalds

Die Fast-Food-Kette McDonald's erklärte 2015, das man in den USA und Kanada künftig nur noch Eier von Hühnern aus Freilandhaltung verwenden will. In Deutschland sei das bereits seit 1999 der Fall. Damit folgt der Konzern den geänderten Erwartungen des Kunden. Allerdings dauere die Umstellung bis zu zehn Jahre. Nach eigenen Angaben verbrauchen die rund 16.000 Schnellrestaurants in den USA und Kanada rund zwei Milliarden Eier pro Jahr — vor allem im Frühstüchsmenü als Spiegelei.

Entenzucht und Putenzucht bei Wiesenhof

Die Tierrechtsorganisation Animal Equality hat mit versteckter Kamera in einem Entenstall bei einem Wiesenhof Zulieferer gefilmt. Man sieht einen Arbeiter, wie er mit einer Mistgaben auf Enten einschlägt — offenbar in der Absicht, sie zu töten. Viele andere Tiere können — wegen der Qualzucht — gar nicht aus eigener Kraft aufstehen und verbringen ihr Leben auf dem Rücken liegend: Hier eine Fotostrecke von Spiegel.

Die 10 umsatzstärksten Unternehmen der Geflügelwirtschaft in Deutschland

Unternehmen Sitz Umsatz in Mio. Euro
PHW-Gruppe (Wiesenhof, Erich Wesjohann Gruppe) Visbek 2.227,6
Rothkötter (Emsland Frischgeflügel) Meppen 800,0
Sprehe Unternehmensgruppe Lorup 730,0
Heidemark Garrel 600,0
Plukon Food Group (Friki Storkow, Gebr. Stolle) Wezep (NL) 540,0
Velisco (Gutstetten, Landbrink) Rot am See 250,0
Nölke-Gruppe (Müritzer, Menzefricke, Gutfried) Versmold 224,0
Vossko Tiefkühlkost Ostbevern 129,0
Borgmeier Delbrück 105,0
Gut Bergmark Cappeln 60,0