Polizist, Mord, Beamte, Beamter, Dienstwaffe

Januar 3, 2009

Beziehungsdrama: Polizisten schieß auf Ex-Freund und tötet sich dann selbst

Lauf an der Pegnitz. Die beiden Polizisten der Polizeiinspektion Lauf an der Pegnitz (Bayern) waren seit rund zwei Jahren ein Paar und hatten eine gemeinsame Wohnung. Wahrscheinlich am Freitag habe der Mann die Beziehung beendet, vermutete Polizeipräsident Gerhard Hauptmannl. „Die 25-Jährige hing so stark an ihrem Lebenspartner, dass sie versuchte die Beziehung zu retten“, sagte er.

Die Polizistin bat ihren Ex-Freund und Kollegen zu einem Treffen im Polizeigebäude. Der Dienstgruppenleiter in Lauf wurde von der 25-Jährigen gebeten, beim Retten der Beziehung zu helfen. Die Frau traf schon in der Nacht zum Samstag im Gebäude ein. Später kam ihr ehemaliger Partner hinzu, beide sprachen miteinander.

Weitere Kollegen bemerkten, dass die Dienstwaffe der 25-Jährigen nicht im Revier war. Sie vermuteten, dass die Frau die Waffe hatte. Außer einer dreiköpfigen psychologischen Verhandlungsgruppe wurden daraufhin Spezial- und Rettungskräfte alarmiert. Wie viele Helfer an Ort und Stelle waren, wollte die Polizei nicht sagen.

„Zu keinem Zeitpunkt ließen die Gespräche, die telefonisch geführt wurden, eine Eskalation des Geschehens erkennen“, erklärte die Polizei. Demnach betonte die Beamtin immer wieder, dass sie andere nicht verletzten wolle. Deswegen setzte die Einsatzleitung weiter auf Verhandlungen.

Ein weiterer Kollege der 25-Jährigen kam zu den Verhandlungen dazu, die sich über Stunden hinzogen. Die verlassene Polizistin habe auf die Psychologen einen stabilen Eindruck gemacht. Die Schüsse um 14.30 Uhr kamen den Beamten zufolge überraschend. Nach bisherigen Erkenntnissen schoss die Frau gezielt in den Hals ihres ehemaligen Lebensgefährten. Dann schoß sie sich selbst in den Kopf. Hauptmannl wollte nicht bestätigen, dass es die Dienstwaffe gewesen sei, „es spricht aber alles dafür.“

Da Ärzte im Haus waren, wurden die beiden Schwerverletzten innerhalb von Sekunden versorgt und in Krankenhäuser gebracht. Die 25-Jährige erlag dort ihren schweren Verletzungen, der 30-Jährige wurde ins künstliche Koma versetzt. „Die Ärzte sehen eine Chance, dass der Kollege überleben wird“, sagte Hauptmannl.

Die Polizistin galt unter Kollegen als sehr engagiert und strebte offenbar den höheren Dienst an. Der 30-Jährige gilt als ausgeglichen und besonnen.