Namensrecht, Namen, Beamte, Deutschland

November 13, 2014

Namensrecht: Dreifachnamen bleiben in Deutschland verboten — Und das Namensrecht in Deutschland kompliziert

Namensänderungen in Deutschland bleiben kompliziert

In Ländern wie den USA geht man einfach aufs Amt und ändert seinen Namen ganz nach belieben. Schnell und unkompliziert.

Ganz anders verhält es sich im Nachfolgestaat des Deutschen Reiches, heute „Bundesrepublik Deutschland“, immer noch ein Land im Krieg (Waffenstillstand), doch ein Meister der Bürokratie.

Wenn man in Deutschland seinen Namen ändern will, ist es schon sehr sehr kompliziert. Vornamensäderungen sind in Deutschland nur zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Zuständig ist das örtliche Standesamt. Eine Änderng des Vornamens ist zum Beispiel möglich, wenn das Geschlecht nicht eindeutig erkennbar ist oder ähnliches. Also praktisch für die meisten unmöglich.

Es bestehen dennoch Möglichkeiten, zum Beispiel einen weiteren Vornamen hinzufügen, einen Vornamen streichen, einen Vornamen durch einen anderen ersetzen, usw. Sprechen Sie mit ihrem Standesamt. Bei Vornamen steht es jedem frei, welchen er als Rufname verwendet. Dazu bedarf es keiner behördlichen Zustimmung.

Was in Deutschland auf jeden Fall verboten bleibt, sind Dreifachnamen wie Meier Müller Schulze, so das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe (5. Mai 2009). Als Begründung wurde angegeben, das der Gesetzgeber mit der Verbotsregelung das legitime Ziel verfolge, Namensketten generell einzuschränken, um die Identifikationskraft des Namens zu sichern. Diese Reglung des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) verstoße nicht gegen das Persönlichkeitsrecht.

Im konkreten Fall ging es darum, den mit dem bisherigen Namen verbundene Anerkennung nicht zu verlieren - er als Anwalt und sie als Zahnärtin. Leider scheiterten sie vor Gericht.

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte vor der Entscheidung die seit 1993 geltende Regelung verteidigt. Es gehe darum, die Bildung von Namensketten zu vermeiden. Der Name diene „nicht nur der Selbstverwirklichung“.

Namensänderungen sind in Deutschland schon schwierig genug. Nun kann man nur noch hoffen, dass sich jener Anwalt an den Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wendet, um diesem Unsinn deutscher Rechtsprechung Einhalt zu gebieten.

Aktenzeichen: Bundesverfassungsgericht 1 BvR 1155/03