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November 6, 2014

Politiker wollten den schiefsten Turm der Welt. Die Bürger stoppen den Größenwahn und sagen: Nein!

Es sollte das schiefste Gebäude der Welt werden. Der schiefe Turm von Geba (Thühringen) sollte 14 Millionen kosten. 70 Meter sollte der Aussichtsturm, der sich um 23,5 Grad zur Seite neigen sollte, hoch werden.

„Die Idee hinter unserem schiefen Turm ist, dass er die gleiche Neigung wie die Erdachse haben soll“, so Peter Heimrich, Landrat von Schmalkalden-Meiningen (SPD), „Bislang haben wir im Jahr bis zu 10.000 Besucher, wenn der Turm steht, könnten es 100.000 werden.“

Zu dem schiefen Turm sollte es eine von Stahlseilen gehaltene, bis zu 30 Meter hohe, ellipsenförmige Rampe soll als Spazierpfad um den Turm führen.

Sehr interessant ist die Studio eines Beratungsbüros, nach der das Projekt der Gegend zwei bis vier Millionen Euro Umsatz pro Jahr bringen. Die Bettenauslastung könnte um ein bis zwei Prozent steigen, so Tourismusreferentin Sarah Boost von der IHK. Bei geplanten 85.000 Besuchern pro Jahr sollen so 25 neue Arbeitsplätze einstehen und bei sehr optimistisch geplanten 150.000 sogar 50 neue Arbeitsplätze.

Was diese Laune trübt sind die geplanten Betriebskosten, die bei vorsichtigen Planungen rund 360.000 Euro Verlust einbringen.

90 Prozent der Kosten würden von Bund und Land mit Fördergeldern übernommen, der Landkreis müsse 1,4 Millionen Euro zahlen.

Doch der Bau hatte auch Kritiker wie der CDU-Landtagsabgeordete Michael Heym, der das Bauvorhaben als „Gigantomanie“.

Auch aus den Reihen der Bürger kamen kritische Stimmen. So entschied man sich, einen Bürgerentscheid zu machen. Rund 100.000 Bürgern im Kreis Schmalkalden-Meiningen konnten über das 14 Millionen Euro Projekt abstimmen. Mit fast 60 Prozent haben sich die Bürger gegen den schiefen Turm entschieden, bei einer Wahlbeteiligung von 53 Prozent.

Der Landrat des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, Peter Heimrich, war nach Auszählung des Bürgerentscheids enttäuscht. Die Bindungsfrist für den Bürgerentscheid beträgt zwei Jahre. Er werde dieses Projekt aber auch nach Ende der Bindungsfrist nicht mehr vorantreiben, weil er als Demokrat direkte Entscheidungen der Bürger auch zu akzeptieren habe, so der Landrat.

—sp—