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Januar 18, 2011

In einer westfälischen Landeskirche der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist Schwarzgeld in Höhe von rund 50 Millionen Euro aufgetaucht.

„Wie so etwas passieren kann, ist mir schon fast rätselhaft“, sagte Thomas Bergrich, Leiter der Finanzabteilung. „Im Normalfall gilt in der Kirche beim Umgang mit Geld immer das Vieraugenprinzip. Der ganze Vorgang ist überraschend, aber in keiner Weise symptomatisch.“

Der Grundstock des im Kirchenkreis Herford entdeckten Geldes war 1967 als Sondervermögen zur Seite gelegt worden, aus ursprünglich 1,5 Millionen Mark wurden im Laufe der Jahre 49,7 Millionen Euro, fanden sich bisher aber nie in einer Bilanz wieder. „So eine gute Geldanlage ist sehr überraschend“, meinte Begrich. Kirchenkreise und Gemeinden seien im Umgang mit Geld selbstständig, betonte er, stets aber gelte die Ordnung der entsprechenden Landeskirche.

Dass Landeskirchen, Kirchenkreise und Gemeinden Rücklagen für schlechte Zeiten bildeten, sei vollkommen üblich, sagte der EKD-Finanzchef. Diese würden aber normal in den Bilanzen abgebildet. Mit Rücklagen könne das Auf und Ab bei den Kirchensteuereinnahmen ausgeglichen werden und auch eine Reihe finanziell schlechterer Jahre überbrückt werden. Die größte der evangelischen Landeskirchen in Hannover etwa hatte jahrelang Geld aus ihrer millionenschweren Rücklage entnommen, bis ein Sparkurs Erfolg zeigte und der Haushalt wieder ins Gleichgewicht kam.

Mit finanziellen Unregelmäßigkeiten hatte zuletzt die Oldenburger Landeskirche 2008 von sich reden gemacht. Nach der Lehman-Pleite in den USA musste die Kirche Anlagen in Höhe von 4,3 Millionen Euro abschreiben, mit denen sie über ihre Hausbank bei Lehman engagiert war. Wie viele hatte die Kirche dem guten Ruf der US-Bank vertraut. Kirchliche Richtlinien unterdessen warnen vor spekulativen Geldgeschäften.

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